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Samstag, 20. Juli 2019

Buchrezension "Icinga 2"

Mal wieder ein wenig (IT-) FachlektĂŒre 😉 Da ich im Berufsleben unter anderem auch fĂŒr das Monitoring der Systeme bei uns im Unternehmen zustĂ€ndig bin wird natĂŒrlich auch entsprechende Software benötigt. War dies frĂŒher - zumindest wenn man Open Source-Software einsetzt - meist Nagios wird seit einigen Jahren verstĂ€rkt Icinga eingesetzt. Ein bekanntes Unternehmen in Deutschland, das die Entwicklung, etc. fördert ist hierbei die Firma NETWAYS GmbH aus NĂŒrnberg. So verwundert es wahrscheinlich wenig, dass die beiden Autoren Lennart Betz und Thomas Widhalm, die das Buch "Icinga 2 - Ein praktischer Einstieg ins Monitoring" herausgebracht haben auch dort arbeiten. Die hier kurz besprochene 2., aktualisierte und erweitert Auflage aus dem Jahr 2018 ist mehr als doppelt so umfangreich wie die 1. Auflage!

Deutlich ĂŒber 600 Seiten haben die beiden zusammengeschrieben und bieten damit aus meiner Sicht im Endeffekt zwei Sachen an. Zum einen haben Menschen, die sich bisher noch nicht mit Icinga auseinandergesetzt haben die Möglichkeit sich quasi durch das Buch zu arbeiten und ein laufendes System aufzubauen, dass Standard-Überwachungen auf Linux- und Windows-Systemen locker abdeckt. Zum anderen haben Menschen, zu denen ich mich dann auch zĂ€hle, die die Software bereits einsetzen ein entsprechend gutes Nachschlagewerk falls es bei der Einrichtung eines Checks doch mal hakt oder irgendwo ein Problem auftritt.

Das Buch gliedert sich zuerst einmal in fĂŒnf grĂ¶ĂŸere Abschnitte: "EinfĂŒhrung", "BetriebssystemĂŒberwachung", "Fortgeschrittene Überwachung", "Integration" und "Anhang". Diese Abschnitte sind dann noch wieder in einzelne Kapitel und Unterkapitel unterteilt. WĂ€hrend sich "EinfĂŒhrung" und "BetriebssystemĂŒberwachung" im Endeffekt mit der Installation von Icinga selbst und beispielsweise Informationsabfragen mittels SNMP, dem Icinga-Agent, SSH oder NRPE befassen geht es ab dem Abschnitt "Fortgeschrittene Überwachung" schon eher ans Eingemachte: Vom Aufbau und Konfiguration von Satelliten, die die Abfragen ĂŒbernehmen ĂŒber Aufteilung der Konfiguration auf Zonen bis hin zu Überwachungen von Diensten wie Datenbanken, SAP, VMware vSphere oder Hardware. Auch spielt - fĂŒrs Monitoring nicht unwichtig - das Thema HochverfĂŒgbarkeit eine entsprechende Rolle. Der Abschnitt "Integration" beschĂ€ftigt sich dann mit solchen Themen wie der Erweiterung der BenutzeroberflĂ€che Icinga Web 2, den Businessprozessen (auch eine sehr interessante Sache!), der recht umfangreichen REST-API oder der Erstellung von Graphen aus den gewonnenen Performancedaten beispielsweise mit Graphite oder Grafana. Der letzte Abschnitt "Anhang" kĂŒmmert sich dann noch um einige Themen wie Troubleshooting, KonfigurationsergĂ€nzungen oder auch einigen goldenen Regeln, die man beachten sollte. Insgesamt eine runde Sache, deren Anschaffung sich lohnt und rentiert.

Das Buch:
Icinga 2
Ein praktischer Einstieg ins Monitoring
2., aktualisierte und erweiterte Auflage
Lennart Betz, Thomas Widhalm
dpunkt.verlag GmbH, 2018, Heidelberg
ISBN 978-3-86490-556-8
Preis 44,90€
Kontakt feedback@icinga-book.net

Dienstag, 9. MĂ€rz 2010

Shinken - Ein weiterer Nagios-Fork

Ich hatte ja bereits vor knapp einem Jahr schon einmal darĂŒber geschrieben, dass mit Icinga ein Nagios-Fork oder -Clone entstanden ist, weil man mit der aktuellen Entwicklung von Nagios nicht mehr wirklich zufrieden ist. Es tut sich einfach viel zu wenig.

Nun gab es in der aktuellen Ausgabe 04/2010 des Linux Magazins einen Artikel mit dem Titel "Auf Messers Schneide - Ein neuer Nagios-Fork bietet bereits vielversprechende Features". Hierbei geht es um das Monitoring-Tool Shinken, welches federfĂŒhrend vom Franzosen Jean GabĂšs entwickelt wird.

Eigentlich hat er Shinken (ErklÀrung der Namensherkunft bei Wikipedia) entwickelt um zu verhindern, dass ein neues Produkt oder ein Abkömmling von Nagios selbigem den Rang ablaufen. Hintergrund ist, dass sich in der Entwicklung von Nagios seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich etwas tut. Zudem wirkt es teilweise recht altbacken und unmodern, ist in C geschrieben und laut dem Artikel aus dem Linux Magazin wohl auch schlichtweg nicht mehr wartbar.

Daher schrieb GabĂšs Nagios komplett in der Skriptsprache Python neu und schlug auch dem Nagios-Erfinder Ethan Galstad vor, diese Neuimplementierung als Grundlage fĂŒr die kĂŒnftige Version 4 von Nagios zu verwenden. Leider erhielt er wie viele andere auch keinerlei Antwort oder eine Reaktion von Galstad selbst, lediglich von anderen Personen.

Aus diesem Grund wird er Shinken nun als Nagios-Fork weiterentwickeln. Es wird damit gerechnet, dass Shinken bereits im Mai 2010 zu 100% kompatibel mit den Konfigurationsdateien von Nagios ist. Zudem hat GabĂšs die TĂŒr fĂŒr eine RĂŒckfĂŒhrung des Codes in das Nagios-Projekt nicht ganz zugeschlagen.

Wird fĂŒr mich heißen: Neben einem Test von Icinga steht wohl auch einer von Shinken an ...

Freitag, 22. Mai 2009

Nagios vs. Icinga?

Etwas ĂŒberrascht war ich, als ich auf den Internetseiten des Linux Magazins unter dem Titel "Ethan Galstad zum Nagios-Fork: Nagios-GrĂŒnder kommentiert Icinga" einen Artikel ĂŒber eine Abspaltung vom Nagios-Projekt gefunden und gelesen hatte.

Vorab scheint erst einmal klar, dass es mit Nagios weitergeht. Maintainer Ethan Galstad meint sogar, dass es sein könnte, dass Entwicklung und Innovation von Nagios explodieren. In seinem Blog Ă€ußert er sich in den Artikeln "Using a Fork - Don't Forget the Knife" sowie "The Nagios Trademark Policy - Why It's Necessary" zu dem Thema. Persönlich zeigt er sich dabei enttĂ€uscht davon, dass man sich vor der Abspaltung nicht mit ihm in Verbindung gesetzt hat. In einem Kommentar auf der Nagios-Mailingliste mit dem Betreff "Nagios is dead! Long live Icinga!" beschreibt Gerhard Lausser Nagios als tot. Dem widerspricht Galstad zwar vehement, aber die letztendlichen Auswirkungen kann bzw. will er so aber auch nicht einschĂ€tzen.

Ich werde mir Icinga bei Gelegenheit vielleicht mal anschauen, sehe aber momentan absolut keinen Grund, einem funktionierenden und guten System wie Nagios den RĂŒcken zu kehren.