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Mittwoch, 25. Mai 2011

Übernahme der Novell, Inc.

Da ich (mittlerweile nur noch) beruflich einiges an Novell-Produkten wie openSUSE oder den SUSE Linux Enterprise Server einsetze, habe ich mich einmal etwas näher mit der Übernahme der Novell, Inc. durch The Attachmate Group, Inc. beschäftigt. Zumal Mitte Mai auf der openSUSE-Mailingliste auch eine entsprechende Diskussion zu diesem Thema angestoßen wurde, da auch in Deutschland über Entlassungen spekuliert wird, gerade auch da Attachmate-Chef Jeff Hawn von "ergebnisorientierter Philosophie" sprach. Was das genau heißt zeigt vielleicht auch ein Blick auf die Eigentümer von The Attachmate Group, Inc.: Die Finanzinvestoren Elliott Management, Francisco Partners, Golden Gate Capital und Thoma Bravo, LLC. Novell, Inc. hatte seinerzeit die in Nürnberg beheimatete SUSE Linux GmbH übernommen.

Fakt ist laut heise open zunächst einmal, dass die Linux-Produkte der Novell, Inc. in einem Unternehmensbereich namens Suse zusammengefasst und ihren Sitz in Nürnberg haben werden. Geleitet werden soll dieser Bereich (natürlich) von einem Attachmate-Manager, Nils Brauckmann. Andere Teile des Unternehmens gehen an die NetIQ Corp., lediglich die Produkte aus den Bereichen Kollaboration und Management sollen laut dem Artikel bei Novell selbst verbleiben. Zudem verlassen einige leitende Mitarbeiter das Unternehmen und Attachmate selbst scheint bisher auch keinerlei Erfahrung mit Linux bzw. Open Source zu haben ...

Andererseits scheint die neue Aufteilung für die jetzt so genannte Suse Business Unit vielleicht auch nicht verkehrt zu sein: Es finden sich keine Novell-Produkte mehr im Repertoire und das Unternehmen soll sich voll auf seine [...] Linux-Enterprise-Produkte konzentrieren [...] konzentrieren, wie das Linux Magazin berichtete. Eingestellt wird demnach allerdings das Mono-Projekt, bei dem sich Kosten und Nutzen nicht vertragen haben.

Auf meine eigenen Entscheidungen wird dies allerdings keinen weiteren Einfluß mehr haben. Privat setze ich sowohl auf Arbeitsplatz-PCs als auch auf Servern nur noch Ubuntu als Linux-Distribution ein. Entweder immer als das aktuelle Release, teilweise allerdings auch in der sogenannten LTS-Version. Letztere lässt sich auch immer auf die nachfolgende LTS-Version upgraden, so dass man zumindest beim Thema Distributionsupgrades bis zu fünf Jahre (bei der Serverversion, Clients werden bis zu drei Jahre supportet) Ruhe hat. gerade das ist mir doch recht wichtig. Bei openSUSE ist es aktuell so, dass man nur rund 18 Monate Support für eine Version hat und es auch nicht immer ratsam ist, bei einem Upgrade eine dazwischenliegende Version zu überspringen. Aus diesem Grund sind wir auf der Arbeit aktuell auch dabei letzte Bedenkenträger zu überzeugen und hoffentlich in den nächsten zwölf bis 18 Monaten auf eine andere Distribution umzusteigen. Ob es unbedingt Ubuntu wird, sei einmal dahingestellt, aber damit dürfte sich das Thema SUSE/Novell/openSUSE/SLES für mich dann (hoffentlich) auch endlich erledigt haben. Dafür gab es in den letzten Jahren einfach zu viele Probleme und Unstimmigkeiten.

Freitag, 18. Juni 2010

Bei Login Mail

In der aktuellen Ausgabe des Linux Magazins gibt es in der Rubrik "Aus dem Alltag eines Sysadmins" mal wieder einen sehr interessanten Artikel von Charly Kühnast.

Unter dem Titel "Türspion: Bei Login Mail" beschreibt er dort, wie man seine Systeme so "konfiguriert", dass bei einer sich öffnenden Shell sofort eine Mail an eine festgelegte Mailadresse geschickt wird. Aus der Mail geht dann hervor, wer sich von welchem System aus eingeloggt hat.

Da er so leider nicht dazugeschrieben hat, welche Distribution(en) er einsetzt und ich zeitgleich festgestellt habe, dass dies so unter Produkten von Novell, openSUSE oder auch Debian nicht direkt zu laufen scheint, hier die Kurzanleitung. Immer natürlich abhängig davon, welche Shells den Benutzer zugewiesen sind! Charly spricht im Artikel davon, dass er den im Artikel erwähnten Einzeiler
echo 'Login on' `hostname` `date` `who` | \
mail -s "Login on `hostname` from `who | \
awk '{print $5}'`" user@example.com
in die systemweite "bashrc" einträgt. Unter dem SUSE Linux Enterprise Server, openSUSE und Debian funktioniert dies so allerdings nicht unbedingt. Entweder gibt es beim Einloggen bereits eine Fehlermeldung, die auch einen ungebetenen Gast hellhörig werden lassen würde oder aber die versendete Mail enthält nicht ganz die gewünschten Informationen in der Betreffzeile. Daher gehen wir das hier mal entsprechend für die einzelnen Distributionen durch :-)

Um im SUSE Linux Enterprise Server einen wie im Artikel erwähnten Effekt für den Benutzer root zu erwirken muss die Datei
/etc/bash.bashrc.local
angelegt und mit folgendem Inhalt
WHO_AKTUELL=`who -m | /usr/bin/awk '{print $6}'`
echo 'Login on' `hostname` `date` `who -m` | \
mail -s "Login on `hostname` from $WHO_AKTUELL" \ user@example.com
gefüllt werden. Wird die Variable "WHO_AKTUELL" vorher nicht gesetzt, sondern der entsprechende Befehl mit in die echo-Zeile gepostet, erscheint der Rechnername von dem aus der Login erfolgte nicht in der Betreffzeile der Mail. Dies würde jetzt für alle Logins funktionieren, bei denen der Benutzer die bash als Standard-Shell hat.

Die normalen Benutzer erhalten bei mir zum Beispiel die tcsh als Standard-Shell. Um auch diesen Fall mit abzudecken legen wir erst einmal die Datei
/etc/csh.login.local
an und füllen Sie mit dem folgenden Inhalt
setenv HOSTNAME `hostname`
setenv DATE `date`
setenv WHO `who -m`
setenv WHO_AKTUELL `who -m | /usr/bin/awk '{print $6}'`
echo 'Login on' $HOSTNAME $DATE $WHO | \
mail -s "Login on $HOSTNAME from $WHO_AKTUELL" \ user@example.com
Nachdem dies dann gespeichert ist, bekommen wir auch von diesen Benutzern beim Login eine entsprechende Mail-Benachrichtigung. "user@example.com" steht hier natürlich jeweils für die Mail-Adresse, an die die Information gesendet werden soll.

"Normale" Benutzer berücksichtige auch auch deshalb, weil es ja vielleicht durchaus Systeme gibt (geben könnte), auf denen zum Beispiel ein Login des Benutzers "root" komplett untersagt ist um vielleicht besser nachzuvollziehen, welcher Benutzer via "su" zum Administrator geworden ist.

Kommen wir nun zu den openSUSE-Produkten. Hier ist es eigentlich ähnlich, lediglich der awk-Befehl unterscheidet sich im zweiten Fall ein wenig. Für bash als die Standard-Shell muss die Datei
/etc/bash.bashrc.local
angelegt und mit dem Inhalt
WHO_AKTUELL=`who -m | /usr/bin/awk '{print $6}'`
echo 'Login on' `hostname` `date` `who -m` | \
mail -s "Login on `hostname` from $WHO_AKTUELL" \ user@example.com
gefüllt werden. Ist also nichts anderes als oben auch. Für die tcsh als Standard-Shell muss auch hier erst einmal die Datei
/etc/csh.login.local
angelegt werden. Hier kommt als Füllung folgendes zum Einsatz
setenv HOSTNAME `hostname`
setenv DATE `date`
setenv WHO `who -m`
setenv WHO_AKTUELL `who -m | /usr/bin/awk '{print $5}'`
echo 'Login on' $HOSTNAME $DATE $WHO | \
mail -s "Login on $HOSTNAME from $WHO_AKTUELL" \ user@example.com
Der/Die aufmerksame Leser/in wird hier das "/usr/bin/awk '{print $5}'" bemerkt haben. Dies sorgt bei openSUSE mit der tcsh als Shell für die Ausgabe des Rechnernamens, von dem aus der Login erfolgte. Würden wir hier $6 verwenden, wäre die Ausgabe leer.

Was Debian als Distribution angeht: Für Benutzer mit der bash als Standard-Shell funktioniert es wie im Artikel selbst beschrieben. Für meine Benutzer, die die tcsh als Standard-Shell benutzen musste ich die Datei
/etc/csh/login.d/csh.login.local
anlegen und mit folgendem Inhalt füllen:
setenv HOSTNAME `hostname`
setenv DATE `date`
setenv WHO `who -m`
setenv WHO_AKTUELL `who -m | awk '{print $5}'`
echo 'Login on' $HOSTNAME $DATE $WHO | \
mail -s "Login on $HOSTNAME from $WHO_AKTUELL" \ user@example.com
Naja, und wenn ich schon einmal dabei bin, kann ich mich ja auch noch "kurz" Sun Solaris annehmen :-) Hier habe ich für die bash als Standard-Shell einfach mal kurz die Zeile
echo 'Login on' `hostname` `date` `who` | \
mailx -s "Login on `hostname` from `who | \
awk '{print $6}'`" user@example.com
an die Datei
/etc/profile
angehängt. Wichtig ist hier anstatt dem Befehl "mail" den Befehl "mailx" zu verwenden, da die Betreffzeile ansonsten leer bleibt. Für Benutzer mit der tcsh als Standard-Shell wird eine Datei
/etc/.csh
angelegt und mit dem Inhalt
setenv HOSTNAME `hostname`
setenv DATE `date`
setenv WHO `who -m`
setenv WHO_AKTUELL `who -m | awk '{print $6}'`
echo 'Login on' $HOSTNAME $DATE $WHO | \
mailx -s "Login on $HOSTNAME from $WHO_AKTUELL" \ user@example.com
gefüllt. Et voilà: It works ;-) Auch hier natürlich wieder mit "mailx" anstelle von "mail".

Ein kleines "Problem" tritt aber dennoch auf. Nutzt man zum Beispiel Skripte oder ähnliches, die per SSH mit SSH-Keys Befehle auf Zielrechnern ausgeführen, ist die Zeitspanne wohl so gering, dass es nicht reicht um zu schauen, von welchem Rechner der Login kommt. Also ein einfaches "ssh who Rechnername" führt dazu, dass man zwar eine Meldung bekommt, dass dort was war, aber es geht aus der Mail nicht hervor, wer oder was es war. Hierfür habe ich auf die Schnelle so auch keine Lösung parat. Wird aber weiter untersucht.

Montag, 2. Februar 2009

Novell Compliance Management Platform

Am vergangenen Freitag (30. Januar 2009) gab es durch Klaus Hild, seines Zeichens Senior Technology Specialist bei Novell, ein Webinar zum Thema "Novell Compliance Management Platform".

Im allgemeinen wird unter diesem Thema GRC verstanden, wobei GRC für Governance, Risk Management und Compliance steht. Novell hat das Thema aufgegriffen, da man von Kunden immer mal wieder darauf angesprochen wurde.

Ich habe hauptsächlich daran teilgenommen, da es unter anderem auch darum ging, dass Standard-Logdateien und ähnliches für Vorgesetzte, Manager und Abteilungsleiter nicht unbedingt lesbar sind. Zumindest sofern besagte Personen nicht einen technischen Hintergrund haben bzw. Zeit und Lust finden, alles entsprechend zu interpretieren und auszuarbeiten.

Novell stellt mit seiner Softwarelösung nun eine Echtzeitlösung vor, die die entsprechenden Informationen ansprechend aufbereiten soll. So würde man zum Beispiel sehen können, welche Accounts gerade genutzt werden und welcher Mitarbeiter wo Zugriff besitzt. Auch wenn dies aus Sicht von Novell nicht unter den Begriff "Kontrolle" fällt, kann ich mir so schwerlich vorstellen, dass in Unternehmen in denen es einen Betriebs- oder Personalrat gibt, die Software ohne größere Probleme und Widerstände eingesetzt werden kann.

Weiterhin biete die Software, die eine komplette Plattform und keine Insellösung darstellen soll, sogenannte Dashboard-Reports: Was passiert gerade? Was gibt es für Trends? Etc. Ich allerdings werde wohl doch erst einmal bei meinen selbstgeschriebenen Skripten bleiben. Die erledigen ihre Arbeit und bisher sind weitergehende Informationen auch nicht angefragt worden.